Daniela Urbschat

Daniela Urbschat
Klub der Berlin‑Beweger

Eine Frau mit Klick – Daniela Urbschat, Fotografin und Ideenlieferantin in Sachen Schönheit

Daniela Urbschat ist im KAUPERTS Klub der Berlin-Beweger, weil sie mit Schwester Nicole aus ihrem Foto-Studio am Kurfürstendamm eine Berliner Institution gemacht hat.

Wenn der Kurfürstendamm singen könnte, würde er jeden Tag zwischen Olivaer Platz und Adenauerplatz den Schlagerklassiker von Marianne Rosenberg trällern: „Du gehörst zu mir wie mein Name an der Tür ... “ So ist es nämlich! Das Fotostudio Urbschat ist seit Jahrzehnten eine Topadresse des Boulevards (Kurfürstendamm 170).

Das Berliner Traditionsunternehmen, welches inzwischen schon mit vier Kindern der 3. Generation betrieben wird, hat Berliner Geschichte geschrieben – oder konkreter: Berliner Geschichte fotografiert!

Familie Urbschat vor Ihrem Unternehmen

Familie Urbschat vor Ihrem Fotostudio

Angefangen hatte alles mit dem Firmengründer Horst Urbschat, der im Jahr 1928 geboren wurde. Während seine alleinerziehende Mutter den Beruf des Pfarrers für ihren Sohn vorsah, entschied dieser sich für eine Lehre beim Optiker („Der Optiker ist der Schuster für die Augen ...“). Schließlich wurde Horst Urbschat mit geschärftem Blick Fotoreporter mit Leidenschaft.

In seinem erfolgreich vergriffenen Buch „Berlin im Jahre Null“ veröffentlichte er vor wenigen Jahren seine „Fotoreportagen 1945 – 1949“. Berührende Momentaufnahmen von Trümmerfrauen, Berliner Steppkes, Kartoffelanbau im Tiergarten und ersten „schnieken“ Damen beim Ku'damm-Bummel.

Damals dachte der Berlin-Chronist noch nicht daran, dass eines Tages mal seine beiden Töchter Daniela und Nicole in seine Fußstapfen treten und sein 1968 gekauftes Porträt-Studio Dürkoop, welches seit 1868 besteht und den Hoffotografen des Kaisers stellte, zu neuen Erfolgen führen würden.

In der Foto-Hochburg der City West und in den Dependancen wimmelt es nur so von Urbschat. Kein Wunder: Die Damen haben auch ihre Kinder für das Unternehmen gewinnen können und haben gesorgt, dass es auch schon bei ihrem eigenen Nachwuchs „Klick“ gemacht hat. Eine never ending story ...

„Es kommt eben alles auf die Beleuchtung an“, hat Fontane einmal geschrieben, obwohl dieser Urbschat noch gar nicht kannte!

Die Urbschat-Schwestern mit Filialen in New York, Mallorca und Sylt (vielleicht auch bald in Zürich) beschäftigen rund 80 Mitarbeiter, darunter 25 Fotografen und Fotografinnen, Maskenbildnerinnen, Stylistinnen und Kosmetikerinnen. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass alle Kunden ins rechte Bild gesetzt werden und die Geschichte noch lange kein Ende findet.

Besuch im Studio am Kurfürstendamm. Termin mit Daniela Urbschat. Zwischen New York, Mallorca, Zürich und Berlin, kümmert sie sich gerade um die Zukunft: „Unser Mietvertrag läuft hier 2019 aus. Der Eigentümer hat anderes mit dem Objekt vor, aber seine Kündigung blieb erfolglos, wir haben vor Gericht gewonnen. Wenn unsere Kosten bezahlt werden, suchen wir nach einem neuen Standort. Wir wollen der Entwicklung hier nicht im Wege stehen. Nur das Wo haben wir schon geklärt: Wir bleiben am Kurfürstendamm! Hier ist unsere Heimat – unser Boulevard wird ja zum Glück immer beliebter!“

Bernd Philipp im Gespräch mit Daniela Urbschat

Bernd Philipp im Gespräch mit Daniela Urbschat

Seitdem sie 13 ist, ist sie fasziniert von der Fotografie. Oftmals durfte sie ihren Vater bei Aufnahmen von Prominenten begleiten. Etwa bei Marika Rökk und Grethe Weiser. „Überhaupt nicht gefallen hat mir als Kind damals Curt Jürgens. Den musste mein Vater im Kempinski fotografieren. Es war am früheren Vormittag, und der Star roch schon nach Whisky ...“

In frühen Jahren hat sie dann ihre eigenen ersten Porträts von den Stars ihrer Zeit gemacht: Rex Gildo, Roy Black und Jürgen Drews. „Ich war natürlich ein großer Fan von ihnen“, erinnert sie sich dezent schwärmerisch.

Später durfte sie sich sogar internationalen Promis nähern, darunter Bill Clinton, König Juan Carlos, Donald Trump, Robert Kennedy jr, Simon Wiesenthal oder Königin Noor von Jordanien. „Alles Leute, die sich ganz locker und freundlich gaben!“, betont die Fotografin.

Mit ihrer eigenen Fototechnik „Imphotismus“ entwickelten die Urbschat-Schwestern in den späteren Jahren einen eigenen Kunststil. Dieser Stil wurde nicht nur in Berlin, Wien und New York ausgestellt. Er brachte ihnen sogar internationale Preise ein, wie zum Beispiel den „Foto-Oscar“, den „Agfa-Award“ und den „Kodak-Award“.

In der Foto-Wirtschaft gelten die Urbschats als Vorzeigeunternehmen, das immer neue Projekte entwickelt. Viel internationale Beachtung findet ihre Foto-Reihe „Jede Frau ist eine Diva“, bei der jede Hausfrau so geschminkt, ins rechte Licht gehaucht und fotografiert wird, dass sie aussieht wie eine Titel-Schönheit für ein Hochglanz-Magazin. „Manche Kundinnen wollen sich einfach nur ihre Träume verwirklichen, andere wollen ihren Männern zeigen, was in ihnen steckt – wobei es ja nicht immer der eigene Mann sein muss ...“, erzählt Daniela Urbschat, die angeregt durch ihre eigene Produktionsreihe, auch gern einmal ein Buch schreiben würde über die geheimen Wünsche ihrer Kundinnen, anonym natürlich. Man kann es ahnen: Bilder, die die erotischen Reize einer Frau zeigen, sind der Renner.

„Bei der Zusammenarbeit ergibt sich ein sehr enger und vertrauensvoller Kontakt, der so manches Herz öffnet und so manche Zunge löst ...“

Um ihre beruflichen Erfahrungen weiterzugeben, haben Daniela und Nicole die Photoacademy Urbschat ins Leben gerufen – geführt vom eigenen Urbschat-Nachwuchs Nadine Hofmann. In einer dreijährigen Ausbildung lernt man Fotograf (Abschluss Geselle mit HWK-Diplom) und Mediengestalter mit IHK-Prüfung. Beide Berufe zusammen ergeben den „Photoartist“. Die Idee kam den Schwestern, als sie mit einem Mechatroniker zu tun hatten, der Elektriker und Mechaniker zugleich ist. Nur Fotografen und nur Mediengestalter stellt heute kaum noch einer ein, weil dafür die Möglichkeiten am Computer viel zu groß geworden sind.

Daniela und Nicole Urbschat

Daniela und Nicole Urbschat

In der eigenen Schule „Living Faces“ werden Make-up-Artists ausgebildet. Jüngstes Kind wird ab März 2014 die „Gestalterei“ sein, bei der die Ausbildung zum Maskenbildner im Vordergrund steht.

Bei Urbschats ist alles in weiblicher Hand. Frauenpower in Reinkultur. Da passt auch „Kräuschen“ gut dazu: Ursula Krause, fast 80 Jahre alt, der gute Geist des Unternehmens, ist selbst eine hervorragende Fotografin, hat Berühmtheiten der Stadt porträtiert und könnte ebenfalls Geschichten von Promis erzählen, die sie aus Gründen der Diskretion lieber für sich behält.

Das Haus „Art & Photo Urbschat“ verfügt über ein jahrzehntelang aufgebautes Netzwerk und stellt ihre Dienste nicht nur Privatkunden, sondern auch dem Mittelstand und großen Unternehmen zur Verfügung. Spezialgebiete: Business- und Industriefotografie, Digitales Bilddesign, Corporate Design, Web Design, Druckvorstufe, Werbemittelgestaltung, Public Relation, Marktanalyse, Mediaplanung. “Art & Photo Urbschat“ beweist sich als ein modern aufgestellter Betrieb. Sogar bei Kino- und TV-Produktionen sind die Urbschats oft im Einsatz.

Zu den prominenten Kundinnen am Ku'damm gehört auch die Schauspielerin Brigitte Grothum. Seit 25 Jahren sind die Urbschats Hausfotografen der „Jedermann“-Inszenierung im Berliner Dom. In diesem Jahr steht das Jubiläum an.

Neben Berlin schlägt das Herz von Daniela Urbschat besonders für das „17. deutsche Bundesland“, Mallorca. Auf der Ferieninsel residiert sie, wann immer sie Zeit hat. Möglichst immer mit dem Clan. Komplett ist die Berlin-Fraktion Mallorcas erst mit den fleißigen Urbschat-Ladys Daniela und Nicole. Auch dort gibt es jede Menge zu tun. Die Insel ist vollgepropft mit Schönen & Reichen – und denen kommen die Urbschats gerade recht. Auch auf Mallorca kann jede Frau eine Diva sein. Vor rauschendem Meer und sonnigem Wetter sind Frauen nun mal besonders schön und erotisch: Dank professioneller Fotografie bleiben sie es für alle Zeiten ...

Da das Leben bekanntlich kein Kindergeburtstag ist, sondern einige Menschen auf der Schattenseite des Lebens stehen, engagieren sich die Urbschats für soziale Zwecke, wie dem Kinderträume e.V., Kinderprojekt „Arche“ und dem Verein zur Förderung fotografischer Begabung in Deutschland e.V.. Sie waren sogar die Gründungsmitglied der Berliner Tafel e.V.

Natürlich müssen wir auch Daniela Urbschat, die nicht ganz so ernst zu nehmende Frage stellen, die wir an jeden unserer „Berlin-Beweger“ stellen: Was könnte eines hoffentlich fernen Tages mal auf Ihrem Grabstein stehen?

Daniela: „Ich hab so Heimweh nach dem Kurfürstendamm ...“.

Ja, was eigentlich sonst?