Frank Schmeichel

Frank Schmeichel
Klub der Berlin‑Beweger

Marketing-Institution und Berater der Bosse – Frank Schmeichel, Business-Networker

Frank Schmeichel ist im KAUPERTS-Klub der Berlin-Beweger, weil er genial vernetzt ist und immer einen kennt, der einen kennt.

Nein, das sei mal gleich vorweggenommen. Er heißt wirklich so. Frank Schmeichel. Kein Marketing-Gag oder ein Künstlername. Und doch ist der Name irgendwie Programm. Er ist nun mal der Diplom-Schmeichler des Berliner Wirtschaftslebens. Den Herren begegnet er mit Worten allerhöchster Wertschätzung – und den Damen gibt er das Gefühl, sie seien Edle am Hofe. Wenn man auf einem Empfang hört, wie jemand sagt „Gnädige Frau, Sie sehen ja heute wieder jünger aus als Ihre wesentlich jüngere Schwester…“, dann weiß man: Das ist Frank!

Frank Schmeichel

Frank Schmeichel

Schmeichel ist einer, der überall ist. Und wenn er mal wirklich nicht da sein sollte, redet man zumindest über ihn. Er ist nicht unumstritten, aber unbestritten die Nummer eins unter den Netzwerkern. „Geschäftsführer Business Network Marketing- und Verlagsgesellschaft“ steht denn auch auf seiner Visitenkarte, die das Terrain, das er beruflich durchkämmt, nur umreißt. In einer Firmenübersicht von „fs“ liest man: Wirtschaftsverlage – Medienbeteiligungen – Marketingconsulting und Wirtschaftsberatung mit den Schwerpunkten Internationale Regierungsbeziehungen, Expansionsstrategien, Business Development und Privatisierung. Dann gibt es noch ISMA, das firmeneigene Institut für Standortmarketing. Und die „Berlinboxx“, das Businessmagazin, ein Guide für Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Medien inkl. Terminkalender für die Hauptstadt.

Wer ihn als „verrückt“ bezeichnet, eckt bei ihm nicht an. „Stimmt doch“, sagt er, „ich verrücke ja auch viel.“

Frank Schmeichel, in Bielefeld geboren, kam nach seinem abgeschlossenen Studium der Literaturwissenschaft und der Psychologie nach Berlin. Übernahm Führungspositionen im Verlag Axel Springer (als PR-Chef der Buchverlage Ullstein und Propyläen) sowie beim amerikanischen Lauder-Konzern, der nach der Wende am Checkpoint Charlie eine Berlin-Dependance errichtete. War dann Journalist bei der Berliner Morgenpost und beim Privatradio 100,6. Hier schuf er die später überall imitierte Reihe „Bettgeflüster“. Eine Sendung, die niemand hörte, aber jeder kannte…

Als innovatives Trüffelschwein entdeckte er nebenbei auch den Reiz des Neuen auf ganz anderem Gebiet. Er gehörte mit zu den Erfindern des „Baustellen-Tourismus“ am Potsdamer Platz. Darauf war nun wirklich noch keiner gekommen – ein Ödland als Magnet für Berlin-Besucher. Schmeichel, das ist einer der Sandsäcke in der Sahara verkaufen könnte. So wie er andere für Dinge begeistern kann, würde sich mancher fragen: Warum er? Warum ist mir das nicht eingefallen?

Die Kunst und die Kunst des Verkaufens hat es ihm schon in jungen Jahren angetan. Parallel zum Studium erfand er eine „mobile Bildergalerie“ und klapperte mit seinem Auto die Badeorte der Nordseekünste ab, um dort „zeitgenössische Werke“ zu zeigen und zu verkaufen. Der Sitz seiner florierenden Bilderagentur war die Insel Norderney. Barocke Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag 10.30 bis 12.30 und 18 bis 22 Uhr…

„Ich habe immer darauf geachtet, dass bei allem, was man tut, das Leben nicht zu kurz kommt. Nur den Terminkalender abarbeiten, ist mir noch heute viel zu wenig. Man darf sich nicht hetzen lassen, erst recht nicht von sich selbst…“

So trifft man Frank Schmeichel denn auch auf den schönsten Golfplätzen Europas. Immer gut gelaunt und immer mit überbordenden Lobpreisungen für die Damen seines Flights.

„Wer Schmeichel nicht kennt, hat die Welt verpennt“, schrieb mal ein namhafter Kolumnist und Buchautor über ihn. Den hatte er beeindruckt, weil es Frank gelungen war, für den Schreiber das Museum of Modern Art in New York exklusiv eine Stunde früher als normal zu öffnen. Vor dem Eingang standen die Besucher in endlosen Schlangen, um sich eine Ausstellung mit Werken von Piet Mondrian anzusehen. Dann fuhr Frank und sein Gast ganz nach vorn. Es gab sogar Champagner vom Direktor und eine kleine Sonderführung. Frank: „Ich kannte doch den Direktor Ronald Lauder gut…“

Fragen an den Macher, in dessen Leben seine schöne Ehefrau Angela, ihre beiden gemeinsamen kleinen Kinder und aus einer früheren Beziehung eine erwachsene Tochter die wichtigsten Rollen spielen.

Was würden Sie denn jungen Leuten heute an Perspektiven aufzeigen? Viele wissen ja gar nicht, was sie mal machen wollen oder können.
„Abitur und Studium sind schon eine Art Eintrittskarte fürs große Gehege der Jobs. Grundsätzlich sollte man nichts machen, was einem nicht wirklich auch zusagt. Die Wünsche der Eltern kann man sich ja anhören, aber die eigenen sind wichtiger. Bevor man die Karriereleiter hochklettert, sollte man sich im Leben umschauen – viel reisen, fremde Kulturen und Sprachen kennen lernen. Einfach leben!“

Sie lieben das Leben, aber was hassen Sie?
„Jede Form von Bürokratie. Das ist die Achillesverse unserer Zeit. Und ich mag Bedenkenträger nicht. Endlose Konferenzen sind mir ein Gräuel. Man muss natürlich miteinander reden. Aber es gibt kein Recht auf Zeitstehlen. Manchmal gehe ich einfach in ein Restaurant, trinke einen schönen Rotwein und proste den anderen zu, die wie Hamster im Rad loskeulen…“

Ist das eigentlich ein Trend – immer mehr Leute reden über immer weniger?
„Leider. Ein Übel unserer Zeit. Wir müssen die Kommunikation straffen. Viele machen zu viel und zu wenig zugleich. Wir brauchen ein Entschleunigungs-Programm. Sonst haben wir nicht mal Zeit für unsere eigene Beisetzung.“

Apropos: Was könnte denn eines hoffentlich fernen Tages auf Ihrem Grabstein stehen?
„War alles schön!“