Michael Hapka

Michael Hapka
Klub der Berlin‑Beweger

Manager und Rock 'n' Roller – Michael Hapka, Geschäftsführer der O2 World Berlin

Michael Hapka ist im KAUPERTS-Klub der Berlin-Beweger, weil er das Lebensgefühl der Hauptstadt anhebt und die Großen der Popmusik sowie die Stars des Sports aufspielen lässt.

Eigentlich ist die O2 World Berlin im Ortsteil Friedrichshain längst ein Fall für den Denkmalschutz. Nie mehr in diesem Jahrhundert nämlich wird es ein Bauwerk geben, das in der vorgesehenen Zeit und mit den exakt vorausberechneten Kosten realisiert wurde. Wir sind der Meinung: „Das ist Spitze!“ – staunen nur angesichts der sonst längst üblichen Verzögerungen und Kostenexplosionen bei anderen Projekten. Wir wissen ja, wie schnell manche Planer üBERheblich geworden sind ...

Also: Baubeginn dieser modernen multifunktionalen Veranstaltungshalle der Welt war im September 2006. Eröffnung: 2008 (wie geplant). Kosten: 165 Millionen (wie geplant). Es geht doch!

Michael Hapka und Bernd Philipp beim Rundgang durch die O2 World

Michael Hapka und Bernd Philipp beim Rundgang durch die O2 World

Mit einer Kapazität von bis zu 17 000 Besuchern (inklusive 1000 Plätzen im Premiumbereich), 59 Suiten, Restaurants, Clubs, Hospitality-Bereichen, ihrer modernen Architektur und Komfort setzt die O2 World nationale wie internationale Maßstäbe und bietet Platz für Events aus den Bereichen Show, Musik und Sport (Eisbären, Alba). Erstaunlich, wie schnell die Berliner, die ja allem Neuen immer erst einmal recht kritisch gegenüberstehen, diesen Wunderkessel des Entertainments an der Spree und ganz in der Nähe der East Side Gallery angenommen haben.

Seit Anfang 2013 ist der gebürtige Braunschweiger Michael Hapka, der seit 1968 in Berlin lebt, Geschäftsführer der O2 World. Ein Mann, dessen Gesicht von lockerer Angespanntheit geprägt ist. Dem sieht man seine visionäre Gedankenwelt schon an.

„Tachchen, Hapka“, sagt er bei unserem Treffen in der Topsuite seines „Tatorts“. Ein Salopper des Jahres. Ist ja im Grunde auch ein alter Rocker. „Ja“, erzählt er, „Rock 'n' Roll ist mein Lebenselexier, meine Philosophie. Es war die erste Musik, die mich in jungen Jahren umgehauen hat und die mich noch heute immer wieder ordnen kann.“

Bevor ihn sein Wirken auf die Erfolgsspur gebracht hat, machte er eine Ausbildung als Hotelkaufmann, studierte Betriebswirtschaft (mit Diplom-Abschluss) und war in verschiedenen Bereichen der Dienstleistungsbranche tätig: Hotellerie, Tourismus, Eventmarketing. So war er Gesellschafter und Geschäftsführer von Air Service Berlin und zuletzt Geschäfsführer des Spa und Sporting Clubs Aspria Berlin an der Karlsruher Straße. Und hat in der Hauptstadt Spuren hinter lassen: Die spektakulären Airshows nach der Wende auf dem Flughafen Schönefeld, die Jubiläumsveranstaltung 1994 auf dem ehemaligen Flugplatz Johannisthal, der SAT.1-Ballon am Potsdamer Platz, das Zurückholen des Rosinenbombers nach Berlin und die Gründung des ersten Fünf-Sterne Spa & Sporting Clubs in Berlin – das sind nur einige Highlights seiner Karriere.

Michael Hapka, Geschäftsführer der O2 World Berlin

Hapka, offenbar geboren als Mehrzweckwaffe für die Division Entertaiment, Service und Nachhaltigkeit.

So wurde er vom Management der Anschutz Entertainment Group, die die O2 World betreibt, bei seiner Verpflichtung folglich gebührend gepriesen. In einer Pressemitteilung hieß es: "Das Profil von Michael Hapka als Führungskraft und Unternehmer passt perfekt zu unseren Bestrebungen, die O2 World Berlin als technologisch modernste Arena der Welt weiterzuentwickeln. Er ist seit über 20 Jahren in Berlin verwurzelt und hervorragend vernetzt. Seine berufliche Erfahrung und seine Führungsqualitäten werden dafür sorgen, dass er die anstehenden Herausforderungen im Markt meistern und die O2 World Berlin auch zukünftig weiter wachsen wird."

Michael Hapka räumt ein, dass mit diesem Job sich für ihn ein Traum erfüllte, da er mit dem sehr erfahrenen Arena-Team auch neue Projekte entwickeln konnte. Das jüngste Event-Konzept entstand in Gesprächen mit seinem Freund Martin Seeber von „Topsport Marketing". Mit Diskus-Olympiasieger Rudolf Harting als Zugpferd finden am 1. März 2014 ein Hallen-Meeting mit den besten Leichtathleten der Welt statt.

„Neue Projekte entwickelt man immer nur in offenen und kreativen Gesprächen mit anderen. Träume und spinnerte Ideen haben oft eine Chance, wenn man weiß, wie man was und mit wem anpacken kann. Und immer geht es natürlich darum, den Nerv der Zuschauer zu treffen ...“

Die einzigartige Atmosphäre der O2 World kann einem schon die Sprache verschlagen. Vor allem bei den unglaublichen Musik-Events. Denkt man nur an diverse Gastspiele der Superstars: Elton John, Tina Turner, Madonna, Lady Gaga, Paul McCartney, Depeche Mode, Sting, Metallica, Leonard Cohen, Rammstein, Herbert Grönemeyer und Udo Lindenberg, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Songs für die ganze Welt.

Im nächsten Jahr auf dem Programm: Michael Bublé, Justin Timberlake, Taylor Swift und Aerosmith – große Namen, die ohne diese Spielstätte wahrscheinlich an Berlin vorbeigegangen wären.

„... und ich kann immer kostenlos dabei sein“, schwärmt Hapka mit einem Augenzwinkern. Nicht nur dabei: Auch die Spiele von Alba und den Eisbären kriegt er frei Haus geliefert. Letztere haben in der letzten Zeit nicht immer viel Freude gemacht und waren dem Tabellenende näher als der Top-Etage.

Michael Hapka im Gespräch mit Bernd Philipp

Michael Hapka im Gespräch mit Bernd Philipp

„Auf und ab – das ist auch im Sport ein Selbstverständnis. So lange man hoffen kann, ist nichts verloren“, meint Hapka. Ein Optimist ist er, wie auch sein Big Boss Philip Anschutz. Der Milliardär aus Amerika, der sich in der Öffentlichkeit rar macht und schon mal bei seinen Berlin-Besuchen unauffällig durch den Tiergarten joggt, ist der größte Fan des DEL-Rekordmeisters. Einmal im Jahr reist der 73-Jährige mit seiner Frau Nancy an die Spree, um den Profis die „Meisterringe“ zu überreichen. Auch dann, wenn seine Lieblingsmeister nicht eben meisterlich spielen. Ein echter Fan also, der auch in schlechteren Zeiten zu seinem Team steht.

Gerade feierte Hapka, der mit einer Maskenbildnerin verheiratet und Vater zweier Kinder ist, mit der O2 World den 5. Geburtstag. Eine fulminante Sause mit 2000 geladenen Gästen, die flankiert war mit ganzseitigen Anzeigen: „5 Jahre. Mitfeiern.“ war da zu lesen, Und: „Wir sagen danke an über 6 Millionen Besucher!“

Kaum war das Fest vorbei, geriet die O2 World wieder in die Gazetten – als die deutsche Indoor-Arena mit den meisten Zuschauern, ermittelt vom Branchendienst „Stadionwelt inside“. Und nur ein paar Tage später stand in den Zeitungen, dass die Energie für die O2 World vom eigenen Dach kommt. Ein Blockheizkraftwerk „ganz oben“ versorgt jetzt die Multifunktionshalle zu 90 Prozent mit Wärme und Strom. Es wird mit Erdgas betrieben, befindet sich in einem Container und wiegt 20 Tonnen. Ein spezielles Fundament dämpft Geräusche und Schwingungen, damit bei Konzerten die Qualität nicht leidet.

Michael Hapka stolz: „Der CO2-Ausstoß wird um 570 Tonnen jährlich reduziert und könnte sogar noch künftige neue Nachbarn mitversorgen.“

Natürlich stellen wir auch dem Geschäftsführer der O2 World jene nicht ganz ernstzunehmende Frage, die wir an jeden unserer Berlin-Beweger richten.

Was, Michael Hapka, könnte eines hoffentlich fernen Tages mal auf Ihrem Grabstein stehen?

Um diese Frage zu beantworten, braucht er nicht lange. Spontan entfährt es ihm: „Rock 'n' Roll forever“!

Einer, der sich treu bleibt. Michael, der alte Rocker!