Petra Götze

Petra Götze
Klub der Berlin‑Beweger

Glücksbringerin in schweren Zeiten – Petra Götze, Journalistin

Petra Götze ist im KAUPERTS-Klub der Berlin-Beweger, weil sie Chefin des Vereins „Berliner helfen e.V.“ der Berliner Morgenpost ist. Berlin ist, wenn Petra kommt!

Petra Götze, unterwegs für den gemeinnützigen Verein „Berliner helfen e.V.“

Petra Götze, unterwegs für den gemeinnützigen Verein „Berliner helfen e.V.“

Ihr geschah das, was für jeden Anfänger der schreibenden Zunft ein Albtraum ist: Gleich der erste schwungvoll und mit Stolz verfasste Artikel erschien gar nicht! Dabei ist gerade die gedruckte Premiere so wichtig für einen selbst und als Beleg der gerade gestarteten Karriere. Der erste Artikel macht einen doch „berühmt“ bei allen Verwandten…

„Ich war so traurig“, erinnert sich die Journalistin Petra Götze, „weil ich mir bei meinem Wetterbericht, der dann rausfiel, so viel Mühe gegeben hatte.“

Heute taugt die Episode von damals allenfalls als heitere Erinnerung, denn nach dem Fehlstart folgte eine bemerkenswerte journalistische Karriere.

Petra Götze ist verantwortliche Redakteurin bei der Berliner Morgenpost im Springer-Verlag an der Axel-Springer-Straße in Kreuzberg und zuständig für den gemeinnützigen Verein „Berliner helfen e.V.“, den das traditionsreiche Berliner Blatt vor zehn Jahren ins Leben rief.

Der Verein ist tätig „zur Unterstützung von Menschen in Not sowie der Jugend- und Altenhilfe“, wie es in der Satzung heißt. Und weiter: „Jede Spende wird zu hundert Prozent weitergegeben. Personal-, Verwaltungs- und Werbekosten trägt die Berliner Morgenpost.“

Die Spender, das sind Leserinnen und Leser der Morgenpost und zahlreiche großzügige Sponsoren, wie etwa die Berliner Bank, die PSD Bank, die Profi Partner AG und der Presseball Berlin-Veranstalter Andreas Dorfmann.

Mit ihrer Hilfe hat der Verein seit Januar 2009 bis jetzt 425.000 Euro an Spenden ausgeschüttet. Ihr erster „Fall“, der die Berliner im November 2008 fassungslos, traurig und wütend machte, ist die damals 12 Jahre alte Charlyn, die durch eine Briefbombe ihres eigenen Onkels schwer verletzt wurde und fast ihren rechten Arm verloren hätte. „Das tapfere Mädchen hatte gerade mit dem Klavierspielen angefangen“, erinnert sich Petra Götze, „und innerhalb einer Sekunde waren alle ihre Träume zerplatzt und eine lange und ungewisse Leidenszeit begann.“

Mit dieser schrecklichen Tat konfrontiert, meldeten sich viele Leser der Zeitung, die dem Mädchen helfen wollten. Das Herz der Berliner – hier hörte man es schlagen. Die Leser spendeten mehr als 30.000 Euro für Charlyn.

Zu Besuch bei Charlyn im Krankenhaus

Zu Besuch bei Charlyn im Krankenhaus

„Auch wenn der Anlass so traurig war“, so die Redakteurin, „unsere Leser begeisterten uns mit ihrer spontanen Hilfsbereitschaft. Mit den Spenden finanzierten wir der traumatisierten Charlyn eine Delphin-Therapie in Curacao, wobei ihr die Familie zur Seite stand. ,Berliner helfen’ zahlt bis heute weitere spezielle Therapien, die die rechte Hand beweglicher machen und die Leistungen der Krankenkasse ergänzen.“

Heute geht es Charlyn wieder ganz gut, obwohl Folgeschäden des Anschlags zurückbleiben werden.

Der von der Berliner Morgenpost ins Leben gerufene Verein kümmert sich nicht nur um Schicksale wie Charlyn oder die Musiklehrerin mit fünf Töchtern in Rahnsdorf, die durch einen Brand ihr Haus und ihr komplettes Hab und Gut verlor. Gefördert werden vor allem Kinder und Jugendliche in Problemkiezen, wie etwa die Mädchengruppe „Madonna“ in Neukölln oder das Kinderhaus Berlin-Mitte.

Dass sie sich einmal mit oft auch sehr deprimierenden Zuständen und Schicksalen beschäftigen wird, konnte Petra Götze nicht ahnen. Fast wäre die gelernte Verlagskauffrau Stewardess bei der Pan Am geworden. Ihr schmuckes Kostümchen hatte sie schon, aber dabei blieb es denn auch. Bevor ihr erster Flieger in die Luft ging, landete sie auf einem Volontariatsplatz bei der Morgenpost.

Nach abgeschlossener Redakteursausbildung ging sie mit einem Stipendium des US Kongresses nach Ohio – zur „Cincinnati Post“. Als die Mauer in Berlin fiel, wurde sie dort unverhofft zum Star. So viel Kompetenz wie Petra hatte dort niemand, und jeden Tag verkaufte sie das Blatt wie eine Sonder-Korrespondentin. Bekam sogar eine eigene Radio-Talkshow und informierte die Hörer, die ja ohnehin nur vage Vorstellungen vom Leben in Deutschland hatten, über die unglaublichen Vorgänge in ihrer Heimatstadt Berlin.

Einmal tauchte das hübsche „Frollein aus Germany“ sogar in den CBS TV-News auf. „In der Radiosendung ließ ich auch einmal meine Mutter aus Berlin zuschalten. Sie erzählte von ihrem Brautkleid, das sie im Ost-Sektor hatte schneidern lassen und an das sie nach dem 13. August 1961 nicht mehr herankam. Die amerikanischen Zuhörer riefen gerührt im Sender an und heulten…“

Petra Götzes Eltern arbeiteten beide bei der Pan Am auf dem Flughafen Tempelhof, wo sie sich kennen und lieben lernten. Mama Ruth war sogar in einer Folge der Krimiserie „Stahlnetz“ mit Willy Birgel zu sehen, als Pan Am-Dame am Counter.

Nach ihrer Rückkehr aus Amerika wurde Petra Götze stellvertretende Chefin vom Dienst und dann Ressortleiterin Vermischtes, bevor sie in den „gehobenen Dienst“ der guten Sache eintrat, unterstützt vom Chefredakteur Carsten Erdmann, der 1. Vorsitzender des Verein „Berliner helfen e.V.“ ist und dafür gesorgt hat, dass die ungewöhnliche Initiative jeden Sonnabend auf einer ganzen Seite präsent ist.

Charity-Aktion am Gendarmenmarkt: Petra Götze nimmt einen Scheck über 6.000 Euro für den Verein entgegen

Charity-Aktion am Gendarmenmarkt: Petra Götze nimmt einen Scheck über 6.000 Euro für den Verein entgegen

Um sich für die Belange ihres Vereins einzusetzen, muss Petra Götze auch gesellschaftlich „bella figura“ machen, was der aparten Frau sicher auch nicht schwer fällt. Auf Empfängen und Galas glänzt sie sozusagen für einen guten Zweck. Gespräche mit möglichen Sponsoren und Projektpartnern gehören dazu. Auch auf dem Golfplatz, wo sich bekanntlich nicht die Mittellosen tummeln, ist Petra anzutreffen, berichtet in ihrer Kolumne „Golfgeflüster“ über die Kampf- und Krampfergebnisse der oft prominenten Mitspieler. Mit einem Golf-Handicap von 26,5 kann sie zumindest beurteilen, wie die Freunde im Flight sich so anstellen.

Petra Götze ist verheiratet mit dem früheren Berliner Schul- und späteren Bau- und Verkehrssenator Jürgen Klemann, der als Anwalt zu der namhaften internationalen Kanzlei „Buse Heberer Fromm“ gehört. Klemann hat ein Handicap von 20, „aber das muss man ja nicht schreiben…“ meint Petra augenzwinkernd.

Apropos: Jedem Berlin-Beweger wird zum Schluss diese Frage gestellt: „Was steht denn eines hoffentlich fernen Tages mal auf Ihrem Grabstein?“
Wie aus der Pistole geschossen: „Es war schön.“

Klar. Ist ja selber schön. Und die Berliner Morgenpost hat mit „Berliner helfen“ eine schöne Sache ins Leben gerufen. Die Zeitung hat gerade eine neue Kampagne gestartet. Promis und Leser ergänzen den Slogan „Berlin ist, wenn…“

Also: Berlin ist, wenn Petra da ist und hilft.


Kontakt zu Petra Götze können Sie über den Verein „Berliner helfen e.V.“ aufnehmen. Auch über Ihre Unterstützung freut man sich sehr!