Shan Rahimkhan

Shan Rahimkhan
Klub der Berlin‑Beweger

Schön, Shan! – Shan Rahimkhan, Hairstylist am Gendarmenmarkt

Shan Rahimkhan ist im KAUPERTS-Klub der Berlin-Beweger, weil er schöne Frauen noch schöner macht.

Shan Rahimkhan mit Olympiasiegerin Britta Steffen, Foto: Shan GmbH

Shan Rahimkhan mit Olympiasiegerin Britta Steffen, Foto: Shan GmbH

„Ein Frauenhaar zieht mehr als ein Glockenseil“, besagt ein deutsches Sprichwort. Was leistet es erst, wenn es Shan Rahimkhan in Händen hatte? Berlins Regierender Coiffeurmeister ist Mitte 30 und schon eine Legende. Allein seine Vita liest sich wie eine Partitur fürs internationale Styling-Orchester. Jeder Schnitt ein kleines Klang-Erlebnis.

Der Mann ist in Teheran geboren, in den Zeiten des Iran-Irak-Krieges in Wien aufgewachsen. Dort in die Lehre gegangen, hat er schnell in den ersten Adressen der Stadt gearbeitet. Dann Stationen in Los Angeles, Paris und London. 1995 in Berlin, zwei Jahre bei Udo Walz, dem er sich noch heute freundschaftlich verbunden fühlt.

Einstieg im Salon von Andreas Hagn in Charlottenburg. Selbständig gemacht („Shan Friseur GmbH“) mit zweitem Laden im Sport- und Fitness-Studio Aspria in der Karlsruher Straße. Seit 2005 dritte Dependance („Shan Rahimkhan“) mit damals neuem Konzept am Gendarmenmarkt, Markgrafenstraße Ecke Taubenstraße. Neben dem Coiffeurbereich unterhält er ein Bistro und eine Boutique mit Wohn-Accessoires, Stichwort „lässige Eleganz“. Veranstaltungsort auch für Modeschauen im kleineren Rahmen.

Shan Rahimkhan ist österreichischer Staatsbürger. In seinem Wesen spiegelt sich die aparte Mischung aus persischer Gelassenheit und dezent eingesetztem Wiener Charme wider. Nix da mit dem verstaubten Hotel-Sacher-Schmäh wie etwa „Gräfin sehen ja heute wie aus wie Ihre jüngere Schwester…“ Aber natürlich weiß er, was Frauen gerne hören. Scheut allerdings auch bittere Wahrheiten nicht, die er mit sanfter Ironie vermittelt. Als ich ihn frage, was er mir angesichts meines eher schütteren und glatzenahen Haares denn empfehlen würde, antwortet er prompt: „Eine Mütze!“ Ein witziger Typ in einer Branche, in der sich so mancher für ungemein bedeutsam hält.

Manche, die den Meister nur aus den Gazetten kennen, fragen: „Ist der eigentlich…?“. Nein. Er ist nicht schwul. Ist ja in dem Job auch keine Bedingung. Shan ist verheiratet. Mit seiner Frau Claudia hat er einen drei Jahre alten Sohn. Der heißt Kiyan Vincent. Kiyan nannte man in persischen Königsfamilien den König. Für Perser sind alle Kinder Könige.

Und für Shan sind auch die Kundinnen im Königinnen-Status. „Es geht mir immer nur darum, dass die Damen, die in unseren Salon kommen, glücklich wieder rausgehen. Sie müssen sich wohl fühlen. Wenn das nicht so ist, haben wir versagt.“

Das passiert offenbar wohl eher selten. Sonst würden nicht die „großen Damen mit Namen“ zu Shan pilgern, der selbst zum Mitglied der Society geworden ist. Über seine prominenten Kundinnen sagt er kein Wort. Wir wissen also von ihm nicht, dass er Eva Padberg, Nina Hoss, Katja Flint und diversen Hollywood-Stars an die Haare geht. Der darf das. Was er macht, ist denn auch nicht nur eine Frisur, sondern „Kunst am Kopf“.

Seine Frau Claudia ist von Hause aus PR-Managerin, war unter ihrem Mädchennamen Claudia Borrmann PR-Chefin vom Hotel Palace und ist die Sieftochter des Europa-Center-Erbauers Karlheinz Pepper, der 2003 verstarb. Claudia und Shans Beraterin Shirin Navab, eine Schweizerin mit iranischen Wurzeln, unterstützen den lächelnden Dynamo auf seinem Weg in die internationale Beauty-Welt. Er ist offizieller Berater des Global-Players „Procter & Gamble“ (Wella, Gillette, Olaz, Head & Shoulder etc). Darüber hinaus hat er selbst eine eigene Hairstyling-Kollektion entworfen, „TRUE VOLUME“. Sie wird in diesem Jahr auch in Großbritannien an den Markt gehen und ist bereits im Salon am Gendarmenmarkt erhältlich.

Shan Rahimkhan, Foto: Shan GmbH

Shan Rahimkhan, Foto: Shan GmbH

Wohin geht die Reise beruflich?
„In alle Welt. Natürlich von Berlin aus. Wir werden eine Filiale in bester Lage am Kurfürstendamm eröffnen. Es ist eine Adresse, die Berliner und Berlin-Besucher kennen… Lassen Sie sich überraschen…“

Kürzlich haben Sie ein Gastspiel auf RTL gegeben. Einer ihrer Mitarbeiter ist in einen Salon in die brandenburgische Provinz gefahren – und eine Friseurmeisterin von dort kam zu Ihnen. Eine Kundin war glücklich, eine andere war etwas irritiert, was „die Neue“ da zustande brachte. Wirkte mehr wie ein Anschlag…
„Die Kollegin hatte Probleme beim Schneiden. Zusammen haben wir die Situation gerettet, und letztlich ist die Kundin mit einem Lächeln aus dem Salon gegangen. Und natürlich war sie vorher darüber informiert, dass es sich um ein Fernsehformat handelt und gewisse Unwägbarkeiten nicht auszuschließen sind… Wir sind ja nicht bei ,Verstehen Sie Spaß?’…“

Wird das Format bei RTL im wahrsten Sinne des Wortes „Folgen“ haben, wie der Schulden- und der Restaurantberater?
„Kann gut sein, zumal die Einschaltquoten gut waren.“

Haben Sie eigentlich eine Schwäche – mal ausgenommen schöne Frauen und schönes Haar…?
„Ja, ich zahle immer, wenn wir in Restaurants sind. Ich kann gar nicht anders. Wir Perser fühlen uns immer als Gastgeber. Und ein Gastgeber zahlt. So gesehen, ist das keine Schwäche, sondern eher eine Stärke. Mein Frau flüstert mir manchmal zu: ,Lass die anderen doch auch mal zahlen, nur einmal…’ Aber da kommt sie zu spät. Ich habe dann schon die Rechnung beglichen.“

Darf ich Sie mal zu einer Currywurst einladen? Zum Beispiel an meiner Lieblings-Imbiss-Station Kudamm 195?
„Gerne. Sie laden mich ein, aber ich zahle. Ist das okay?“

Was soll denn mal auf Ihrem Grabstein stehen?
„Schön, dass Sie da waren!“