Silke Fischer

Silke Fischer
Klub der Berlin‑Beweger

Dornröschens Chefin – Silke Fischer, Direktorin der „Berliner Märchentage“

Silke Fischer ist im KAUPERTS-Klub der Berlin-Beweger, weil sie Berlins Regierende Märchenmeisterin ist.

Silke Fischer mit Karl-Theodor zu Guttenberg, Foto: Silke Fischer

Silke Fischer mit Karl-Theodor zu Guttenberg, Foto: Silke Fischer

Wintermärchen (Heine), Sommermärchen (Klinsi), Märchenhochzeit (Hoch- und Niedrig-Adel), Märchenstunde (Bundestag), Märchenprinz (Ernst August…) Märchenfee – und schon sind wir bei „Märchensilke“. Silke Fischer gilt als „Berlins Regierende Märchenmeisterin“. Die Direktorin der Berliner Märchentage ist „Propagandistin“ eines lange vernachlässigten literarischen Genres. Seit 2004 ist sie Gründungsmitglied und Direktorin von „Märchenland – Deutsches Zentrum für Märchenkultur“, Herausgeberin, Buchautorin und weltweit geschätzt als Märchenexpertin.

„Märchen“, sagt sie, „sind Nahrung für die Seele und im Wortsinn Lebens-Mittel. Da steckt alles drin, was wir brauchen: Hoffnung, Liebe, Enttäuschung, ausweglos erscheinende Situationen und zum Schluss die Rettung. Man kann daraus lernen, dass man nie aufhören darf, an das Gute zu glauben.“

Silke Fischer ist ein lebendes Lesezeichen im universellen Märchenschmöker. Wenn sie von Rotkäppchen spricht, denkt sie nicht in erster Linie an Sekt. Im November 2009 hat die Lateinamerikanistik- und Theaterwissenschaftlerin mit dem Abschluss Magister Artium erneut ihr unglaubliches Talent als Managerin unter Beweis gestellt. Sie organisierte in Berlin 1.000 Veranstaltungen an 350 Orten aus Anlass der Berliner Märchentage. Rund 160.000 auswärtige Gäste zog das Ereignis an, fast so viel wie die Berlinale. Großer Zulauf von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Ein Signal in einer immer schnöseligeren Zeit, die die Menschen durch den Alltag hetzt. Auch die Großen empfinden es als wohltuend, einfach mal nur zuhören zu können und fühlen sich eine Zeitlang mal vom Stress befreit.

„Ich bin überzeugt“, meint sie, „dass Märchen mit ihrer Sinnhaftigkeit und ihrer Botschaft den Menschen und somit auch der Menschheit helfen können.“

Silke Fischer küsst den Frosch, Foto: Märchenland e.V. - Deutsches Zentrum für Märchenkultur

Silke Fischer küsst den Frosch, Foto: Märchenland e.V. - Deutsches Zentrum für Märchenkultur

Geboren in Thüringen, aufgewachsen in Bernau bei Berlin, ist sie im deutschen Schicksalsjahr 1989 kurz vor dem Mauerfall über Ungarn in die Bundesrepublik geflüchtet und studierte dann an der FU Berlin. Sie ist verheiratet und hat einen 16 Jahre alten Sohn.

Auf ein großes Medieninteresse stößt die von ihr ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe „Politiker lesen Märchen“ – ein Marketing-Erfolg. Gut ein Dutzend Fernsehsender berichten, auch in den Hauptnachrichten. Die Reihe ist ein Highlight, etwa, wenn Minister von und zu Guttenberg für die Kleinsten zum Märchenonkel wird. Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert, Brigitte Zypries, Egon Bahr, Peer Steinbrück und Thilo Sarrazin haben bei der Aktion schon mitgemacht. Ein großer Unterstützer ist Berlins Regierender Klaus Wowereit. Sogar die Bundeskanzlerin hat prinzipiell zugesagt, aber ihr Terminkalender ist übervoll angesichts der wenig märchenhaften Lage der Koalition. Andere Prominente, die die Idee unterstützen, sind Peter Maffay, Anne Will, Sandra Maischberger, Jan Josef Liefers und viele mehr.

Die Berliner Märchentage stehen jedes Jahr im Zeichen eines fremden Kultur- und Märchenkreises der Erde. In Kooperation mit den jeweiligen Botschaften und Institutionen werden Märchen, Mythen und Geschichten aus allen Epochen von internationalen Künstlern erlebbar gemacht. Für ihre Völker verbindenden Aktionen ist Silke Fischer und ihr zehnköpfiges Mitarbeiterinnen-Team mit Sitz im Nikolaiviertel mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen bedacht worden.

Um Dornröschen, Rotkäppchen, Aschenputtel, Hänsel und Gretel ist Silke Fischer nicht bange. Das sind zuverlässige und dauerhafte Partner. Nur um die Sponsoren, die das Gesamtkunstwerk unterstützen, muss immer wieder neu geworben werden. Der Energiekonzern Vattenfall war drei Jahre lang Hauptsponsor und Präsentator der opulenten Veranstaltungsbroschüre, hat die „Strom-Zufuhr“ jetzt aber aus Spargründen eingestellt. Da muss jetzt ein neuer großer Partner her, einer, der das sympathische Element des Märchenlandes zu schätzen weiß und für sich nutzbar machen möchte.

Silke Fischer ist Botschafterin für Berlin, Foto: Berlin Partner GmbH

Silke Fischer ist Botschafterin für Berlin, Foto: Berlin Partner GmbH

Fragen an Silke Fischer:

Wer käme denn als Partner in Frage?
„Jedes große Unternehmen, das für ein friedliches Miteinander der Völker steht und die wohltuende Wirkung von Märchen für sich nutzen will. Märchen sind Balsam für die Seele. Sie machen gesund. Ganz ohne Krankenschein…“

Ein Pharmakonzern, der ja seine Medikamente verkaufen möchte, müsste doch sogar schon aus Image-Gründen nach Ihrer Philosophie regelrecht schreien! Oder eine Krankenkasse. Nicht nur die eine, die sich jetzt Gesundheitskasse nennt…
„Märchenland wird die Fenster im Büro offen lassen – vielleicht hören wir ja die Hilfe-Rufe…“

Immer wieder wird behauptet, Märchen seien auch furchtbar grausam. Stimmt das denn?
„Das ist ein großer Unsinn, auch wenn er sich hartnäckig hält. Die ,Grausamkeiten’ im Märchen sind doch nur Metaphern. Wenn einem da der Kopf abgehakt wird, gibt es zum Glück das Wasser des Lebens. Damit kann man den Kopf wieder ankleben, und alles wird gut. Bei den Fernsehkrimis ist das anders. Da bleiben die Toten tot und die Kinder gehen mit blutigen Bildern im Kopf schlafen. Das ist grausam!“

Mal quergedacht: Schreiben Sie doch mal einen Krimi. „Der Mann, der die Märchenerzählerin entführte“ oder so. Oder reicht Ihre kriminelle Energie dafür nicht aus?
„Unterschätzen Sie mich da mal nicht…“

Was steht auf Ihrem Grabstein?
„Sie war einmal…“


Zu Silke Fischer können Sie Kontakt aufnehmen über den Märchenland e.V. - Deutsches Zentrum für Märchenkultur. Ihre Hilfe und Ihr Engagement sind sehr herzlich willkommen.