Thomas Greiner ist im KAUPERTS Klub, weil er von Berlin aus ein Welt-Imperium lenkt.
Thomas Greiner – der Dussmann-Mann

Er ist ausgestattet mit der Physiognomie eines Mannes, der überall als Chef durchgeht und vom Service eines voll gebuchten Sterne-Restaurants unverzüglich an den besten Platz geführt wird.
Thomas Greiner ist ein Manager der Premium-Klasse. Als Vorstandsvorsitzender der Dussmann-Gruppe lenkt er ein weltweites Imperium mit 54 000 Mitarbeitern in 24 Ländern und einem Jahresumsatz von ca. 1,2 Milliarden Euro. Seit September 2007 führt er die Geschäfte an der Spitze des Unternehmens und war drei Jahre davor bereits Mitglied des Vorstands.
Eng verknüpft ist Greiners beruflicher Aufstieg mit der Unternehmer-Legende Peter Dussmann, der ihn 1997 als Leiter der Firmenkommunikation verpflichtete. Der Patriarch erlitt im Oktober 2008 wenige Tage vor seinem 70. Geburtstag einen zweiten, schweren Schlaganfall und wird seitdem von seiner Frau Catherine von Fürstenberg-Dussmann gepflegt. Die Amerikanerin, ein Spross der weit verzweigten deutschen Fürstenberg-Dynastie, ist seit April 2009 Vorsitzende des Aufsichtsrates der Dussmann-Gruppe.
Angefangen hat Greiner bei Dussmann als Praktikant. Schöne Karriere! Peter Dussmann und Thomas Greiner – zwei Männer vom Neckar, zwei Rottweiler, die unzertrennlich bleiben sollten.
Greiner ist nicht „Dussmann light“, sondern ein ganz eigener Typ. Er arbeitet wie ein aus sich selbst rollendes Rad. Ist kein Workoholic. Keiner, der drei Telefonate gleichzeitig führt oder sich von Terminen durch den Tag hetzen lässt. Wo ein Greiner ist, ist immer auch ein Moment der Reflexion und des Austauschs. Der Mann ist bei aller Effizienz von wohltuender Unaufgeregtheit.
„Es gibt Mitarbeiter“, erzählt er, „die – übrigens unaufgefordert – die Meinung vertreten, dass man sich auf mich verlassen könnte. Das zu wissen lässt mich fröhlich in den Arbeitstag gehen. Ich kann auch gut delegieren. Man muss immer darauf achten, dass andere ihren Job gut machen. Kontrolle ist wichtig, aber man muss zuerst vertrauen können.“
Als Schüler war der sportliche Manager, der mit seiner Frau Natalija in Wilmersdorf wohnt, eher unauffällig. „Alles andere als ein Streber“, räumt er ein, „mein Lieblingsfach war die Pause… Aber Anlass zum Ärger habe ich meinen Eltern eigentlich nie gegeben. Ich wollte Sportreporter werden.“ Als ich neun war, beteiligte ich mich an einem zehnteiligen Rätselwettbewerb einer Zeitschrift zum Thema Sport. Ich soll der Einzige gewesen sein, der alles richtig gelöst hatte und bekam als Preis ein 50-Liter-Fass Bier. Genau der richtige Preis für einen Neunjährigen… Mein Vater drückte mich und war sehr stolz auf mich. Er nahm das Fass und spendierte mir eine Brause…“
Neben dem Leben studierte Greiner Jura, Politische Wissenschaften, Pädagogik und Psychologie (mit Abschluss M.A). Als Weltbürger des Wissens kann er seine Erfahrungen inzwischen auch für seine Führungsposition gut nutzen. Die Dussmann-Gruppe bietet weltweit unter dem Markennamen Dussmann-Service alle Dienstleistungen um das Gebäude: Gebäudetechnik, Catering, Sicherheits- und Empfangsdienste, Gebäudereinigung, Kaufmännisches Management und Energie-Management.
Stolz ist man, auf der Weltausstellung EXPO 2010 in Shanghai den Deutschen Pavillon mit Dienstleistungen wie Reinigung und Sicherheit versorgen zu können. Immerhin werden dort bis zu 70 Millionen Gäste erwartet. Überhaupt ist China wie auch einige arabische Staaten für Dussmann ein neuer, expandierender Markt geworden.
Einst Praktikant bei Dussmann, heute Vorstand: Thomas Greiner

Der zweitgrößte Geschäftsbereich ist die Altenpflege. Rund 6000 Mitarbeiter kümmern sich bundesweit in den „Kursana“-Domizilen- und Residenzen um fast 13 000 Senioren. Hinzugekommen sind erst kürzlich die deutschen Einrichtungen der amerikanischen Seniorenheim-Kette Sunrise Senior Living, einem Anbieter für allerhöchste Ansprüche.
Die Geschäfts- und Bilanznachrichten aus dem Hause Dussmann sind in den letzten Jahren immer gute Nachrichten. Für 2009 konnte man eine Umsatzsteigerung von 34 Millionen Euro (plus 2,4 Prozent) verbuchen.
Im Aufwind ist das Berliner „KulturKaufhaus“ an der Friedrichstraße mit seinen 7000 Quadratmetern Fläche. Das Paradies für Bücherfreunde bietet darüber hinaus die weltweit größte Klassik- und Opernabteilung, einem Jazz- und Film-Sortiment sowie einer Musikalienabteilung. Mehr als eine Million Besucher und Kunden schauen jährlich rein.
Was würde der Top-Manager eigentlich jungen Leuten auf dem Weg zur Jobfindung raten?
„Man sollte was machen, das einem auch Freude bereitet und den Interessen entspricht. Erfolgreich kann nur der werden, der sich für etwas begeistert und Leidenschaft zeigt. Man muss sich ausprobieren und in Kauf nehmen, dass es zuweilen mehrere Anläufe braucht, um den richtigen Job zu finden. Und vor allem: Geht raus in die Welt, beobachtet die Menschen. Sammelt Eindrücke und lasst euch inspirieren. Auch sollte jeder darauf achten, seine Stärken zu stärken. Schwächen zu beseitigen, ist viel schwieriger…“
Sprachen zu lernen, findet Greiner, ist unabdingbar. Zum Beispiel Chinesisch oder auch Indisch. „Da wandern die Zentren der Weltwirtschaft hin, auch in die arabischen Länder.“
Wer so weit weg noch nicht will, kann sich auch um einen Ausbildungsplatz bei Dussmann bewerben. Das Unternehmen bietet jährlich in Deutschland 150 Auszubildenden einen Platz. Das Spektrum ist weit: Altenpfleger, Köche, Buchhändler, Bürokaufmann, Gebäudereiniger, Mediengestalter, Restaurantfachkräfte und vieles mehr. Das Credo von Dussmann sollte auch von den Auszubildenden verinnerlicht werden: „So perfekt kann Dienstleistung sein.“
Eine letzte Frage, die jedem Berlin‑Beweger gestellt wird und mit einem Augenzwinkern gemeint ist: „Was soll mal eines hoffentlich fernen Tages auf Ihrem Grabstein stehen?“
„In der Schule des Lebens gibt es keine Ferien.“
Philosoph ist er auch noch!